Manchmal ereilen einen die wirklich guten Sachen, wenn man mal wieder mit überhaupt nichts Besonderem rechnet - oder ist es alles Teil meines Schicksals...?
So, nachdem wir nun mit einer gewohnt wunderbaren Plattitüde zur allgemeinen Ermüdung gestartet sind, möchte ich nach viel zu langer Zeit mal wieder meinen musikalischen Senf in den Äther des Internets rausschleudern (- bitte bildlich vorstellen -)!
...ich saß also letztens in meinem wunderbaren Wohnzimmer namens 'Route 66' (bei mir um die Ecke) und erfahre, dass dort in nächster Zeit 2-3 Konzerte anstehen. Dass die Inhaber dieser Kneipe sich seit Jahren bemühen, talentierten Bands ein Auftrittsforum zu verschaffen, ist alleine schon lobenswert genug! Dass es aber dann auch tatsächlich immer wieder richtig gute Bands dorthin verschlägt, ist erst recht erstaunlich, ist das Route doch ein eher lokaler Laden und die Ecke Flingerns, in der es angesiedelt ist, (trotz Hosen-Historie) nicht unbedingt der allererste Anlaufpunkt für Rock- oder generell Livemusik.
Aber tatsächlich geschehen Wunder ja immer wieder!
Nach ein paar Alt werde ich also genauer dahingehend instruiert, dass dort am 14.04. eine waschechte Rockband alter Schule spielen soll - allgemeine Aufregung macht sich in der Stube bei ALLEN 4 Gästen breit - und ich unterstreiche meine ernsthafte Gesinnung hinsichtlich des Beiwohnens dadurch, dass ich mir das genannte Auftrittsdatum mit einem geliehenen Bleistift auf einen feuchten Bierdeckel notiere, damit ich am nächsten Morgen noch eine reelle Chance haben werde, meiner soeben zugesagten Verpflichtung auch wirklich nachkommen zu können... denn der Wille ist ja vorhanden, aber das Bier ist kalt... - man kennt die Story!
#prosaflash
Als ich im folgenden Morgengrauen zerschlagen unter der Bierbank erwache und der erste Sonnenstrahl des herannahenden Tages meine zerschundenen Glieder erhellt, fällt mein Blick auf ein halb zerrissenes, in einer Bierlache schwimmendes Stück Pappe... ich wundere mich und streiche mir eine klebrige Haarsträhne aus dem Gesicht... - 'Riot in the Attic / 14.04.' steht auf dem mysteriös anmutenden Schriftdokument... schlagartig bekomme ich meine Biermigräne unter Kontrolle und weiß:
Die Rock n' Roll-Götter haben wieder einmal nach mir gesandt!
Es gibt kein Entrinnen mehr...!
So fand ich mich denn am besagten Samstag verwundert, leicht verstört - und doch fest entschlossen! - im Route ein; in einer Gemütsverfassung, wie sie wohl derer Josef K.s nach seinem Eintritt in die unerwarteten Gerichtskanzleien ähnlich gewesen sein muss (- auch die Luft war eine ähnliche!). Wer waren die unbekannten Götter und was wollte mein gitarrenlastiges Schicksal mir an diesem Abend zeigen? Nervös ließ ich mich auf einen altvertrauten Barhocker plumpsen und begann den notwendigen Konsum diverser Kaltschalen... es war noch ein wenig Zeit, bis der Auftritt losgehen würde!
#prosaflashende
Hier kann man die Debut-EP (2. Albumhälfte) auf YouTube checken!
Punkt 21:10 Uhr, ungefähr!
'Riot in the Attic' betreten als three-piece-Kombo die Bretter Flingerns und legen munter los. Die göttliche Gesandtschaft besteht namentlich aus Dan (v/g), Tobi (b) & Tom (zuvor Damir - d) und klingt über die kleine, aber unerwartet brauchbare PA des Route' ebenso unerwartet tight und professionell! Schnell wird klar, dass die Truppe zwar vordergründig Stoner-/Psychedelic-Rock spielt, aber in ihrem Sound auch jede Menge Einflüsse aus Classic Rock, Grunge und auch spätem Sleaze (frühe 90er à la 'Mother Love Bone') anzutreffen sind. Da solche Genreaneinanderreihungen niemandem etwas nützen, hier mal konkrete Nennungen, die meine Ohren mir so und in exakt dieser Reihenfolge diktiert haben...
Dan's Stimme klingt in den niederen Lagen manchmal erstaunlich wie Stephen Shareaux (Kik Tracee) und auch musikalisch ist da in den ruhigeren Songpassagen einige Ähnlichkeit vorhanden (vor allem mit meinem unveröffentlichten Kik Tracee-Lieblingswerk 'Center of a Tension'). Gitarrensound bei den Soli: ganz klar Slash-beeinflusst, man glaubt immer wieder kurze Reminiszenzen an GN'R zu hören; der Chorus von 'Seal the Deal' (ich springe hier jetzt mal etwas, diese Feinheiten habe ich natürlich erst später auf der mitgenommenen CD richtig feststellen können!) hat etwas vom 'Paradise City'-Intro, manche Riffs klingen nach 'modernem Slash' zu 'Velvet Revolver'-Zeiten...
#ernsthafteReviewjetzt
Riot In The Attic - Under The Sun
(2017 / Monkey Road Records / 58:42 mins)
...aber gerade das macht die Stärke dieser Band (vor allem auch auf Tonträger) aus: Dan's Gitarrenspiel ist einfach 'sweet', melodiös und gekonnt phrasiert. Das klingt alles (vor allem in den ruhigen Momenten) bluesiger als erwartet und einfach toll! Eine Ballade wie 'Sunny' hat gar internationales Niveau und muss sich vor keiner prominenten Band verstecken!
Die Vocals sind nicht immer zu 100% perfekt, aber klingen eigenständig (trotz Stephen-Einschlag ;)) und letztlich überzeugend. Hier kommt auch die sehr gute Produktion zum tragen, denn da höre ich durchaus einen leichten (positiven!) Unterschied zur Live-performance... ;) - Bass und Drums sind toll aufgenommen und eingespielt, da gibt es nichts zu rütteln!
Was mir als ewiger Loudness-War-Nörgler noch auffällt: Die Bonus Tracks (Tracks 8-12) stammen vom vorangegangenen Erstling der Band ('Lost & Found'-EP von 2015) und haben noch viel mehr 'Luft nach oben', was die Dynamic Range angeht (Tracks 1-7: DR5, Tracks 8-12: DR8!) - und das spürt man klar! Plötzlich hat die Kick Drum richtig Punch und allgemein kommt das Drumset und der Bass besser zum Tragen, auch fallen sämtliche schrill wirkenden Kompressions-artefakte auf den Becken/Cymbals weg, die auf der ersten Werkhälfte noch manches Mal dem absoluten Hörgenuss leicht entgegenwirken.
Versteht mich nicht falsch: In Sachen Detailreichtum und Soundtransparenz sind die 7 neuen Songs hörbar überlegen abgemischt, aber die verstärkte Kompression macht die lauten, rockigen Stellen wiederum akustisch zu "eng", da gefallen mir (als Demo- und 'Authentizitätsfan') die 'garagigeren' früheren Aufnahmen sound-technisch einfach noch besser!
Jetzt habe ich im Grunde weniger zu den einzelnen Songs gesagt, als ich es vorhatte, aber zusammenfassend kann ich nur attestieren: Das Songwriting ist insgesamt überdurchschnittlich und die Band schafft es, mit wenigen, gut platzierten Sounds und Vocaleffekten eine tolle Stimmung zu kreieren. Für mich liegen die Stärken der Truppe in den ruhigeren Momenten, da dann das stellenweise erschreckend starke Gitarrenspiel besonders prägnant hervorsticht - falls Dan mal eine halbakustische Blues- oder Folkplatte macht, möchte ich bitte informiert werden! ;)
Alles in allem bin ich absolut positiv überrascht und glücklich und stolz, dass es in Köln doch noch solch "echte" und zeitlose Rockbands gibt, die von jungen Männern bevölkert werden - da musste ich wohl erst nach Düsseldorf ziehen, um sowas etwas kennenzulernen...
In diesem Sinne: 'Rock Hard, Rock On, Rock Animal!' und hoffentlich bis bald!
Welcome back, folks!
I know, it's been a while since I last added something new to this Blog... but to make up for that, this time I have something special for you! It's time to present my first ever interview held with a band - and also my first ever try in translating Italian to English! You can find the Italian version by scrolling down a bit... ;)
So please be nice and easy and say a big & warm welcome to Gil Minoni and his project 'Gil & the Electric Vampires' from Milan! You should really take a look at the video to his first single 'Bulletproof' before reading the interview - it's worth it!
So, what do you say? Is this a great piece of real rock n' roll or what?! Actually, this is really the kind of band that I'm always looking for and I would love to see them in concert one time or another - this sound makes me wanna party and hold a drink in my hand and there's nothing wrong about that ;)
R: So, Gil, first of all let me thank you for the time and dedication! It's great to be able to introduce a new section to my blog and interview an artist whose music I really enjoy so far! 'Bulletproof' plays on heavy rotation here at my place!
I read that you formed the project in 2016 - does this mean that you write and arrange all the songs on your own or is there more like a 'band-situation' to it? Do you play in other bands/projects as well?
G: Ciao René! Thanks to you for the space dedicated to us and for your kindness. It's an honor being interviewed for your blog!
Yes, 'Gil & the Electric Vampires' was born from an idea of mine and because of the desire to blend two genres that I always loved very much: Shock-/Glam-Rock and Electronica. I grew up listening to Alice Cooper, Kiss, David Bowie, Depeche Mode and Billy Idol and thanks to this project I have the possibility to express myself within this soundscape while trying to persevere my own identity.
The project was started in 2016 when writing the first track 'Bulletproof'; on that track I did all the songwriting, the lyrics and the instrumentation by myself - the latter being rearranged and recorded with the help of excellent musicians from my area.
At the moment 'Gil & the Electric Vampires' is the project that expresses myself the most but I'm also part of the 'Dressed in Black Duo' which is an acoustic duo that focusses mainly on blues rock and with which I like rearranging songs by The Doors, Depeche Mode, Led Zeppelin and many others in a rather personal way and sound that tends towards Blues and Goth.
R: Your current single 'Bulletproof' sounds totally professional in terms of production and also the video is done very well - do you have an own little studio to record or how did you manage to produce it this way?
G: This is a very good question! Yes, I have my own studio in which I work as a music teacher and where I have recorded the guitar and bass parts for 'Bulletproof', in addition of doing the pre-production for that song. I call it by the sweet little name of 'Silver Smoke Studio' but it doesn't have a website on it's own, at least for the moment... The rest of the track was recorded and mixed at Alessandro Degiorgio's studio and he also played drums on it.
Regarding the video, I used a studio called 'mynameis'-studio [www.mynameis.it] with which I was very happy and where it was possible for me to translate my ideas into visual terms: A dive into the years of SynthWave and the 'Metropolitan Vampires'!
R: Who are the other guys playing in the video and where did you meet them?
G: Like I said, Alessandro Degiorgio is playing drums while we have Mr. Piz on bass - and obviously there is Gil...
R: What's next for you? Are there currently plans for doing a whole album or even a tour? I would really love to hear some more tunes from you and the guys!
G: Thanks for those kind words, really! Yes, I am writing some songs at the moment and I hope I'll be able to release an EP or perhaps even a whole album during this year; at this early stage I think the album could possibily be called 'Electricity'.
Obviously, there will be live gigs in support of the release and we hope to find an agreement that will make it also possible to come and visit you in person so as to give you an 'Electric Bite' :)
R: I'm so glad that during the last years there was happening some kind of glam & sleaze revival - it kind of took off when Crashdiet released their 'Rest In Sleaze' record in 2005 and then a million cool bands all over the world followed. How is this scene in Italy going? Are there some good unknown bands trying to come through to us? Is there something like a club-scene or glam parties going on in your area?
G: Unfortunately, the Italian rock scene is not that much oriented towards Glam Rock even if this does not mean that there are no good groups. For the occasion I would like to mention some emerging bands that - like us - are trying to assert themselves with tooth and nail: 'Sukende', 'The Mugshots', 'Bang Bang Vegas', 'Nero Kane', 'Wings Along Road', 'Simulakrum Lab', 'Genus Ordinis Dei',... These are just some of the projects in which excellent artists are getting crushed by a system that provides little visibility if not for very high marketing budgets.
R: What do you think of this ongoing trend of buying and collecting vinyl and even cassette tapes again? Are you diggin' it? I think it's some form of backlash against this digital world we live in today - people want to own something 'real' that they can actually touch and treasure... Speaking of this as the record collector I am myself: Can we expect some physical release from your band, too?
G: I love vinyl and any kind of physical support. From the merchandise, which I will soon take care of, to a show ticket. I'm a collector from the bottom of my heart: You got to know that of some artists I have the whole discography both on cd as well as on vinyl!
Yes, the new album will also be released in physical format. With 'Bulletproof' [the single] it did not seem worthwhile to me to do all the work for just one song, even if I must confess that there are five physical copies in existence, which are in Alice Cooper's tour bus - personally delivered by myself!
R: In your current single you sing the lines: "you need the main attraction / I got my own direction": is self-expression the main concern why you play music? How did you start and why did you pick up the guitar and microphone?
G: Excellent question - the phrase is actually referring to some situations in which I experienced people exploiting the image of important artists just to look for a sterile and useless self-affirmation of their own (very often with poor results...). For a moment you will be the main attraction - ok, no problem! - but I have my own direction, should it be right or wrong. That's all!
I started playing the guitar after being kind of musically 'kidnapped' by Queen, Bryan Adams and Iron Maiden, even if the spark that completely changed me forever arose from the likes of Black Sabbath, Kiss, Alice Cooper and all those sounds that gather around the imaginary of genres like 'Horror' and 'Thriller'.
The role of the voice was an evolution for me because in the records that I bought, in reality, the thing that was decisive for me was the timbre of the singer. From there at the age of 20 I started taking lessons until I graduated as a vocalist in a professional music school in 2010 and later on as a guitarist as well. Thanks to this development I can now follow my work as composer, session musician (live and in the studio) and also music teacher.
R: Concerning that this is a blog about all kinds of records and music: What are your five favourite records and why should we absolutely listen to them (in case we don't know them already ;)) ?
G: Eeheheh, without thinking too much about it and in no particular order I would go for these:
Judas Priest - Screaming for Vengeance
Kiss - Alive III
Depeche Mode - Violator
Black Sabbath - Heaven and Hell
Alice Cooper - Hey Stoopid
R: The last question is not that serious but I kind of asked myself if the name 'Gil & the Electric Vampires' maybe is a reference to the L.A. Guns' album 'Hollywood Vampires' or some other glam / sleaze act from the 80s? How did you came up with this name in the first place?
G: As I told you I am a great lover of the 'Horror' and 'Thriller' genres in all it's forms, from the cinematic to the literary aspects, and so the idea of creating a project around the idea of 'urban vampires' could be nothing but tempting for me. I only needed an adjective to represent the rock and electronic concept and so one day, while I was listening to The Cult's 'Electric', I said: "Fuck! 'Electric Vampires' is perfect!"
I don't deny that if I could have "bought" the rights to the name 'Hollywood Vampires' from Alice Cooper I would have surely done it, but with hindsight I think no name fits as good as this ['Electric Vampires'].
R: Ok, that's all for the moment! Again, I thank you for taking your time answering these questions - I'll wait for a little gig here in Germany, maybe teamed up with 'Dobermann'? ;)
All the best for your and the band's future, Gil!
G: Thanks to you, René, for the space dedicated to me and yes, see you soon some place near you for an 'Electric Bloody Show' - hopefully in the company of Dobermann!
- VERSIONE ITALIANA -
R: Prima di tutto, lascia che ti ringrazio per il tempo e la dedizione, Gil! È bello poter presentare una nuova sezione al mio blog e intervistare un artista chi crea della musica che mi piace veramente un sacco! Per il momento sto ascoltando 'Bulletproof' in ripetizione continua!
Ho letto che hai formato il progetto nel 2016 - questo significa che scrivi e organizzi tutte le canzoni da te o c'è qualcosa di simile a un "sentimento band"? Suoni anche in altre band / progetti?
G: Ciao René! Grazie a te per lo spazio dedicatoci e per la tua gentilezza. E' un onore rilasciare questa intervista per il tuo blog!
Si, 'Gil & the Electric Vampires' nasce da una mia idea e dalla voglia di miscelare due generi che ho sempre amato: lo shock- / glam-rock e la musica elettronica. Sono cresciuto ascoltando Alice Cooper, Kiss, David Bowie, Depeche Mode e Billy Idol e con questo progetto ho avuto la possibilità di esprimermi con questo sound cercando di mantenere la mia identità.
Il progetto nasce nel 2016 componendo la prima song 'Bulletproof' della quale ho curato la parte di songwriting, le lyrics e le parti strumentali - le quali poi, con l'aiuto di ottimi musicisti del settore, sono state revisionate e incise.
Al momento 'Gil & the Electric Vampires' è il progetto che mi assimila più tempo, ma ho all'attivo inoltre 'Dressed in Black Duo', un duo acustico dalle sonorità rock blues con il quale amo riarrangiare in maniera personale alcuni classici di The Doors, Depeche Mode, Led Zeppelin ecc, con un sound tendente al Blues e al Dark.
R: Il tuo attuale singolo 'Bulletproof' sembra essere stato registrato in un ambiente veramente professionale e anche il video è fatto molto bene - hai un piccolo studio di registrazione o come sei riuscito a produrlo in questo modo?
G: Ottima Domanda. Si, ho il mio studio dove insegno e dove ho registrato Chitarre e Basso per 'Bulletproof', oltre alla pre-produzione del pezzo. Lo chiamo simpaticamente 'Silver Smoke Studio' ma non ha un sito di riferimento, al meno al momento :)
Il resto è stato registrato e mixato nello studio di Alessandro Degiorgio, che ha inoltre suonato la batteria nel brano. Per quanto riguarda il video, mi sono avvalso di uno studio chiamato 'mynameis'-studio [www.mynameis.it] con il quale mi sono trovato benissimo e che ha saputo tradurre in termini visivi la
mia idea: Un tuffo negli anni della SynthWave e dei 'Vampiri Metropolitani'!
R: Chi sono gli altri ragazzi che fanno parte del video / brano e dove li hai incontrati?
G: Come dicevo, Alessandro Degiorgio come batterista, Mr. Piz al basso - e ovviamente Gil...
R: Quali sono i tuoi prossimi piani? Ci sono prospettive per fare un album intero o addirittura un tour? Mi piacerebbe molto ascoltare altri brani di te e dei ragazzi!
G: Grazie per queste stupende parole, veramente. Si, sto scrivendo attualmente delle song e spero di far uscire entro l'anno un EP o un album intero che di anticipo potrebbe chiamarsi 'Electricity'.
Ovviamente, ci saranno dei live in supporto alla release e speriamo di stipulare un accordo anche per venirti a trovare di persona così da darti un Morso Elettrico :)
R: Sono tanto felice che negli ultimi anni ci sia stata una sorta di revival glam e sleaze - tutto questo ha iniziato quando gli Crashdiet hanno pubblicato il loro disco "Rest In Sleaze" nel 2005 e poi sono seguiti veramente tanti band simili in tutto il mondo. Com'è questa scena in Italia? Ci sono dei gruppi sconosciuti che cercano di raggiungere un pubblico più ampio? C'è qualcosa come una "scena club" o delle "feste glam" nella tua zona?
G: Purtroppo la scena italiana non è molto glam rock-oriented anche se questo non vuol dire che non ci siano ottimi gruppi. Per l'occasione vorrei citarti alcune bands emergenti che come noi, con le unghie e i denti stanno cercando di affermarsi: 'Sukende', 'The Mugshots', 'Bang Bang Vegas', 'Nero Kane', 'Wings Along Road', 'Simulakrum Lab', 'Genus Ordinis Dei' sono solo alcuni dei progetti che vedono ottimi artisti schiacciati da un sistema che da poca visibilità se non con budget molto elevati in termini di marketing.
R: Cosa ne pensi di questa continua tendenza all'acquisto e alla raccolta di vinile e persino di cassette? Ti piace anche a te? Penso che sia una forma di contestazione contro questo mondo digitale in cui viviamo oggi - la gente vuole ancora possedere qualcosa di 'reale' che possa toccare e apprezzare - parlando di questo come un collezionista di dischi me stesso: Possiamo aspettarci qualche pubblicazione fisica anche da tua band?
G: Amo i vinili e ogni tipo di supporto fisico. Dal merchandise, che curerò prossimamente, al biglietto di uno show. Di base sono un collezionista. Pensa che di alcuni artisti ho la discografia sia in cd che in vinile.
Si, il nuovo album uscirà anche in formato fisico. Con 'Bulletproof' non mi sembrava il caso di farlo solo per un brano, anche se ti confesso che ne esistono cinque copie fisiche e sono nel tour bus di Alice Cooper - consegnate personalmente da me!
R: Nel tuo singolo attuale canti le linee: "tu hai bisogno dell'attrazione principale / io c'ho la mia direzione": L'auto-espressione è l'obiettivo principale per cui suoni la musica? Come hai iniziato e perché hai preso la chitarra e il microfono in mano?
G: Ottimo quesito - la frase è in realtà dedicata ad alcune situazioni in cui ho vissuto di persone che sfruttano l'immagine di artisti importanti per cercare un autoaffermazione sterile ed inutile (molto spesso con scarsi risultati...).
Per un momento sarai l'attrazione principale - ok, no problem! - ma io ho la mia direzione, giusta o sbagliata che sia. That's all.
Ho iniziato a suonare la chitarra dopo essere stato rapito da Queen, Bryan Adams, Iron Maiden - anche se la scintilla che mi ha completamente cambiato deriva da Black Sabbath, Kiss, Alice Cooper e tutto quel sound che raccoglieva al suo interno l'immaginario 'Horror' e 'Thriller'.
La voce è stato un evoluzione in quanto nei dischi che compravo, in realtà, la cosa per me determinante era la timbrica del cantante. Da li a 20 anni ho incominciato a prendere lezioni sino a diplomarmi in una scuola musicale professionale nel 2010 e successivamente in chitarra. Grazie a questo percorso svolgo il mio lavoro come Compositore, Turnista (Live e Studio) e Insegnante.
R: Riguardo al fatto che questo è un blog su tutti i tipi di dischi e musica: quali sono i tuoi cinque dischi preferiti e perché dovremmo assolutamente ascoltarli (nel caso in cui non li conosciamo già ;)) ?
G: Eeheheh, senza molto pensarci ti direi, in ordine sparso:
Judas Priest - Screaming for Vengeance
Kiss - Alive III
Depeche Mode - Violator
Black Sabbath - Heaven and Hell
Alice Cooper - Hey Stoopid
R: L'ultima domanda non è così tanto seria, ma mi sono chiesto se il nome 'Gil & the Electric Vampires' potrebbe essere un riferimento agli L.A. Guns e il loro album 'Hollywood Vampires' o qualche altro atto glam / sleaze degli anni ottanta? Come ti è venuto in mente questo nome?
G: Come ti dicevo sono un grande amante del genere 'Horror' e 'Thriller' in tutte le sue forme da cinematografiche a letterarie e l'idea di creare un progetto di vampiri cittadini non poteva che essere allettante. Mi serviva solo un aggettivo che rappresentasse il concetto Rock ed Elettronico e così un giorno, mentre stavo ascoltando 'Electric' dei The Cult dissi: "Cazzo! 'Electric Vampires' è perfetto!"
Non ti nascondo che se avessi potuto "comprare" ad Alice Cooper i diritti per il nome 'Hollywood Vampires' l'avrei fatto, ma con il senno di poi credo che nessun nome calzi a pennello come questo.
R: Ok, questo è tutto per il momento! Ancora una volta, ti ringrazio per il tuo tempo, Gil - aspetterò un piccolo concerto qui in Germania, magari unito agli "Dobermann"? ;)
Tutto il meglio per il tuo e il futuro della band!
G: Grazie a te René per lo spazio dedicatomi e si, ci vediamo presto dalle tue parti per un 'Electric Bloody Show' - si spera in compagnia dei Dobermann!
Wie schnell so eine Woche ohne Post rumgeht, ist schon erstaunlich! Allerdings hatte ich am Mittwoch auch mal wieder eine rock n' rollige Nahtoderfahrung und "musste" dann am Samstag auf einer Hochzeit stundenlang passioniert zu Eurodance tanzen - schrecklich anstrengende Tage also!
Genug ist aber in der Zwischenzeit ja wahrlich geschehen:
Bruno Mars zerstört nach 2017 auch 2018 die Grammys, indem er gleich sechs dieser Dinger abräumt (darunter bester Song, beste Aufnahme UND bestes Album des Jahres - komplette Dominanz des Popbusiness also!) und das freut mich sehr, denn sein aktuelles und drittes Album 'XXIVk Magic' gefällt mir seit Monaten schon extrem gut und auch die Tour hierzu - welche ich in Köln in der Lanxess Arena miterleben durfte - war sehr schnieke! Nix mit Playback (bei Popkonzerten weiß man das ja vorher nie so genau...), sondern einfach fantastischer Livegesang und dazu natürlich eine ausgefeilte und hochprofessionelle Tanzshow inklusive tighter Backingband.
Was mich dabei am meisten hätte erstaunen müssen, sind Brunos Fähigkeiten an der E-Gitarre, die er mehr als nur einmal aufblitzen ließ. "Hätte erstaunen müssen" deshalb, weil ich dank seines triumphalen Prince-Tribute-Auftritts bei den letztjährigen Grammys bereits vorgewarnt war (und genau dies meine ich weiter oben mit "Zerstörung" bezüglich 2017!)
Ebendieser Auftritt ist übrigens der Grund dafür, dass ich seiner Musik mittlerweile überhaupt bewusste Aufmerksamkeit zuteil kommen lasse, denn schließlich tut die Mainstream-Musikpresse (wahrscheinlich auch noch unbewusst) eigentlich alles dafür, ihn wie den Standard-Popstar aussehen zu lassen, der er aber nun mal nicht ist... Sein Allround-Genie nach dieser Entdeckung dann auch live erleben zu dürfen (leider ohne den erwähnten Prince-Song), war schon ein großer Moment in meiner Konzerthistorie und ließ meinen Respekt ihm gegenüber exponentiell in die Höhe schießen!
Jedenfalls hoffe ich hinsichtlich seiner gestrigen Trophäen-Abräumerei (und gemäß der kapitalistischen "Regeln" des Showbusiness der Welt müsste das ja klappen...) jetzt, dass Herr Mars sich in seiner Entscheidung, sein drittes Album in extrem coole Funk-, Rn'B- & Soul-Sounds gekleidet zu haben, bestätigt fühlt und dies vorerst weitestgehend beibehält. Ich sehe nämlich wirklich noch fantastische Möglichkeiten am Musikhorizont, was sein Potential verbunden mit diesen Musikstilen angeht!
Ich will jetzt hier nicht übertreiben, aber es gibt da für mich auch abseits des Prince-Tributes aus 2017 so kleinere Momente und Passagen auf seinem Album / dem Album des Jahres, an denen ich vor meinem inneren Auge unseren Helden aus Minneapolis auftauchen und wohlwollend lächeln sehe. Natürlich kann hier niemand vom "Ersetzen" sprechen, aber Bruno hat eben das Zeug, sich selbst beim Performen seiner Titel nicht zu blamieren - und das bedeutet schon sehr, sehr viel!
Er ist momentan sicherlich mein liebster "moderner", angesagter Pop-Künstler und einer der talentiertesten und vielseitigsten noch dazu...
Was ist denn sonst noch passiert? Au ja, die eben erwähnte Rock N' Roll-Erfahrung vom Mittwoch! Ich erspare Euch jetzt die ganze Geschichte dazu, denn a) kennt sie die Hälfte meiner Leser hier wohl schon persönlich aus meinem Munde und b) würde sie die wenigen "Fremdleser" wohl auch noch vergraulen ;)
Jedenfalls sah ich an diesem Abend Rhino Bucket aus den Staaten den Sonic Ballroom in Köln bespielen und hatte eine große Menge Bier Spaß dabei! Natürlich ließ ich mir dieses Mal (ich sah die Jungs im dortigen Laden vor Jahren schon einmal, war da aber noch nicht so auf zack wie heute ^^) nicht die Gelegenheit entgehen, mich mit Autogrammen der Band einzudecken, denn mich hat seit ein paar Jahren das Autogrammfieber - vor allem auf Plattenhüllen! - gepackt. So wanderte ich also wie gewohnt mit meiner "Herrenhandtasche" aka einem Stoffbeutel voller Plattencover durch die Gegend und brachte - nach Ablauf der erfolgten Rückfahrt zu meiner eigenen Überraschung... - diese Schätzchen mit nach Hause:
Bitte nicht wundern, dass ich nur von einer Band schreibe und dann eiskalt Cover einer zweiten präsentiere: der Rhino Bucket-Gitarrist Brian Forsythe ist "hauptberuflich" Gründungsmitglied von Kix, also einer - wenigstens einstmals - ziemlich großen Band der 80er. Die abgebildete 'Get It While It's Hot'-Single ist dabei mein absoluter Favorit, weil es zum einen mein Lieblingssong der Band ist, aber vor allem auch genre- und bandübergreifend zu meinen "ewigen Top 20"-Songs gehört! Es gibt keine Chance, dass ich bei diesem Song ruhig sitzend oder sonstwie "normal" verharre... ich glaube mich erinnern zu können, dies dem besagten Gitarrero vor Ort auch mitgeteilt zu haben - ob es ihn freute, oder er es angesichts meines geistigen Zustandes eher peinlich berührt aufnahm, ist dem Verfasser an dieser Stelle leider nicht mehr bekannt...
Sei's drum, als Rockstar muss man mit sowas eben rechnen!
Nun, soviel erstmal als kleines Zwischenupdate. Es schweben mir noch weitere Themen im Kopf herum, darunter die vor wenigen Tagen bekanntgewordene Parkinsonerkrankung von Neil Diamond sowie der noch nicht lange zurückliegende Tod von France Gall. Das sind beides Themen, die ich noch gesondert und in Ruhe behandeln möchte, aber dazu gibt es in Kürze dann mehr...
Rock On, Rock Hard, Rock Animal!
Monsieur l'auteur
Es gibt wahrscheinlich für jeden Sammler ein paar Alben, die man nur schwerlich liegen lassen kann, wenn man sie denn irgendwo zum Verkauf vorgesehen herumliegen sieht - ganz unabhängig davon, wie viele Kopien man von der jeweiligen LP eigentlich schon zuhause hat!
In meinem Fall wäre ein gutes Beispiel für dieses Suchtphänomen wohl das Boston-Debütalbum, dass in unseren Breitengraden (und dank seines immensen Verkaufserfolges wahrscheinlich tatsächlich fast überall auf der Welt!) immer mal wieder sehr günstig auf Flohmärkten, oder in den Gebraucht-Abteilungen der Plattenläden zu finden ist.
Der Vinyl-Sound dieses Albums und die Brillanz jedes einzelnen Songs machen dieses Werk für mich dermaßen essentiell, dass ich (im Widerspruch zu meiner vorangegangenen Feststellung hinsichtlich der gegebenen Verfügbarkeit!) in andauernder Angst lebe, eines Tages vielleicht keine vernünftig klingende Kopie dieses Opus magnum mehr vorzufinden - daher muss ich alle kaufen!
Das Gitarren-Ufo auf seinem Flug durch meine Küche...
Man beachte die stark variierende Farbsättigung der beiden Originalcover - verschiedene Auflagen?
Meine besterhaltene Kopie ist ausgerechnet diese etwas seltsam aussehende Variante für den spanischen Markt - más que un sentimiento! ;)
Nun, worauf ich - abseits des Boston-Debüts, das aber nun mal immer der Rede wert ist! - eigentlich hinaus will, ist Kate Bushs Erstlingswerk aus dem Jahre 1978. Die momentan einzige Kopie dieses fantastisch-verrückten Albums bei mir zuhause könnt ihr hier bestaunen:
Doch nun sah ich heute in meiner Lieblings-Vinylgruppe auf Facebook einen Post, auf dem das Album mit einem alternativem Cover (kanadische Pressung sowie 2. US-Pressung) vorgestellt wurde:
Ich kratzte mich kurz erstaunt am Kopf - und erinnerte mich dann an eine Kate-Collage, die ich vor ein paar Jahren aus Bildern eines Fotoshootings zusammengestellt hatte, welches zweifelsfrei die Quelle dieses Alternativcovers darstellt:
Nun ist es - siehe wiederum Boston - nicht sehr ungewöhnlich, dass ein Album divergierende Cover aufweisen kann. Oft handelt es sich dabei um eine Fassung speziell für den US-, EU- oder auch Japan-Markt. Beispielsweise hat auch das "Emotional"-Album von Falco eine zweite Covervariante speziell für die USA spendiert bekommen - die mir übrigens WESENTLICH! besser gefällt, als die Variante für den Rest der Welt:
Hier das europäische Cover - einem Fotoshooting der "Männer-Vogue" entnommen... ich denke, das sagt alles!
Und zum Vergleich hier die total fancy US-Fassung im 'Elvis-Look'... nun ja, 1986 war der Größenwahn bei unserem Falken ja schon einige Jahre endgültig ausgebrochen - wer könnte es ihm verübeln?!
Nun aber endlich wieder zurück zu unserer Kate! Neugierig war ich nun geworden und stöberte ein wenig im Netz herum. Und was ich fand war erstaunlich, denn so etwas hatte ich noch nie bei einem anderen Album erlebt: Es tauchte Cover nach Cover auf und das "schlimme" daran war, dass sich fast alle als wunderschön entpuppten - und damit einen gewissen Jagdinstinkt in mir auslösten!
Ich fand zum Beispiel...
...dieses Cover der US-Erstpressung - die unnahbare Artistin!
Oder wie wäre es mit dieser exklusiv im damaligen Jugoslawien erschienen Version? Kate, ein wenig distanzierter dreinschauend, aber selbstverständlich dennoch reizend!
Die mit Abstand wertvollste Variante! Etwa 400€ blättert man durchschnittlich für sie hin und erschienen ist sie 1978 exklusiv in Uruguay. Ich gebe zu: Aus künstlerischer Sicht ist diese Version mit Sicherheit am ehesten verzichtbar.
Ihr seht: Bei Kates erstem Album ging es visuell richtig zur Sache! Bis auf die Uruguay-Version sind zum Glück alle Platten im bezahlbaren Rahmen unterwegs - und sie werden sich wohl zweifelsohne nach und nach in meinem Regal versammeln (oder besser: in Plattenrahmen an meiner Wand!)
Doch unterschlage ich euch bislang noch die absolute Killerversion - ein bisschen Spannungsaufbau muss schließlich garantiert werden! Vielleicht hat mich erst die Sichtung dieser Fassung um meine selbige gebracht und endgültig dazu angespornt, die Jagd zu eröffnen:
Die Japaner haben es mal wieder am besten! Nicht nur bekommen sie aufgrund des umgerechnet höheren Preises pro Album seit Jahrzehnten Bonustracks serviert, um die wir Fans im Rest der Welt uns stets händeringend bemühen (und dafür entweder horrende Importpreise zahlen, oder die obskursten Bootlegs aufzutreiben suchen - nur um dann festzustellen, dass es sich darauf um minderwertige Kopien der Songs handelt...) NEIN! Sie bekommen auch das Antlitz eines Engels auf Pappe gedruckt für zuhause kredenzt! Dieser fokussierte Blick, diese Haare! Hach, liebe Leute, ich versuche wirklich Politik, ethische Standpunkte, sexuelle Präferenzen und ähnliches aus diesem Blog fernzuhalten - aber Kate ist einfach die Bombe! Gleichzeitig Reinheit & Verführung, unnahbare Künstlerin und das Mädchen von nebenan... und nirgends kam dies jemals besser visuell zur Geltung, als auf diesem Albumcover. Hallelujah!
Okay, macht euch keine Sorgen um euren fellow narrator - er hat sich wieder gefangen! Und um von meinem zeitweiligen Ausfall gekonnt durch weiteren faktischen Input abzulenken, habe ich noch ein kleines Postskriptum vorbereitet:
Jedem Musikfreund, der heute noch ein Herz für Musikkassetten besitzt (die übrigens ja gerade wieder "in" werden...), ist es sicherlich schon aufgefallen: Häufig gibt es speziell für MC-Albumversionen abweichende Coverentwürfe. Manche davon sind völlig legal erschienen und wurden vom jeweiligen Label in Auftrag gegeben, um visuell der Form einer Kassettenhülle gerecht zu werden. Andere sind wiederum Selbstentwürfe irgendeines (meist polnischen) Piratenlabels, die irgendwo zwischen gelungen-interessant und einfach nur abscheulich-amateurhaft schwanken. Ein Beispiel für so ein inoffizielles Coverdesign aus Polen möchte ich euch an dieser Stelle natürlich nicht vorenthalten:
Links "natürlich" das Original aus dem Hause 'Geffen Records', rechts dagegen die polnische Fassung - Hauptsache Spaghetti! Die Hochphase dieser "weniger offiziellen" Ost-Kopien lag etwa zwischen 1985 und 1995 und sie waren damals für die Fans hinterm "Eisernen Vorhang" häufig der einzig erschwingliche Zugang zu neuer westlicher Musik. Deshalb wurden sie bis vor wenigen Jahren juristisch gewissermaßen als "Tonträger-Grauzone" gesehen und wurden offen über eBay und andere Plattformen verkauft. Leider hat sich dies in letzter Zeit geändert und mittlerweile werden diese Objekte aus vielen Marktplätzen verbannt - was aus meiner Sicht absolut lächerlich ist, da die Existenz dieser alten Bänder mit Sicherheit heute niemanden mehr davon abhält, sich bei Interesse das Original zuzulegen...
Worum es nun aber eigentlich abschließend gehen sollte: Ich habe tatsächlich noch eine (wohl offizielle) schwedische MC-Fassung aufgetan, die NOCH ein weiteres - und damit siebentes! - abweichendes "The Kick Inside"-Cover aufweist. Diese MC steht jetzt vielleicht nicht ganz oben auf meiner Liste, denn LPs gehen (auch aufgrund der aktiveren Nutzung) einfach vor, aber schick ist es irgendwie dann doch, oder...?
Nun denn, ich denke ihr seht die Notwendigkeit: Ich werde ab sofort sämtliche soziale Aktivitäten bis auf weiteres einstellen und mich in Gänze der Kumulierung finanzieller Ressourcen widmen...
Ich melde mich dann wieder, wenn sich alle LP-Cover (außer Uruguay!) bei mir versammelt haben. Wir lesen uns 2020!
Als ich gestern Morgen früher als mir lieb gewesen wäre aufzustehen hatte und ich gerade das gewohnte Gefühlsstadium "neuen Tag annehmen, oder so tun, als gäbe es keine Außenwelt?!" durchlebte, rettete mich ausnahmsweise der Blick auf meine Facebook-App:
Quelle surprise! Mylène Farmer dévoile son nouveau single!
Es gab keine Ankündigung: Einfach so jagt Mylène den Vorboten zu ihrem neuen Album in den Äther hinaus... "Rolling Stone" heißt der Titel und das YouTube-Design zum Song sah schon mal verlockend aus - irgendwo zwischen Oberhausener Rotlichtmilieu und Disco angesiedelt, aber dabei alles eine Nuance zu düster: Modern Mylène eben! Ich schickte den Track also instantanément auf die Reise durch DAS High-Fidelity-Soundsystem per se: durch den Soundchip und die Boxen meines etwas veralteten, portablen Telefons (actually: Box! Mono all the way!). Was sich dann ereignete, klang in etwa so - nur eben etwas blecherner:
Ich tue mich häufig schwer, wenn Künstler, die ich sehr, sehr schätze, eine neue Single launchen: Die unterbewusste Erwartungshaltung ist gigantisch groß, gleichzeitig will ich aber bewusst emotional nicht zu viel investieren. Dazu kommt, dass ich scheinbar eher ein musikalischer Traditionalist bin und häufig vergangenen Klangepochen eines Künstlers hinterhertrauere, sobald sich stilistisch etwas Neues anzubahnen scheint - nur um diesen "neuen" Sound dann ein paar Jahre später wiederum zu verteidigen, wenn das darauffolgende Werk in den Startlöchern steht...
Wir halten also fest: Ich wäre definitiv kein guter Influencer oder Trendsetter im weitesten Sinne!
Nun, diesmal lief es etwas anders!
War "Stolen Car" zusammen mit Sting 2015 noch mehr eine mediale Detonation, die auch mich mitriss (ich bestellte sofort die 12"-Single als Frankreich-Import, obwohl sie mit dem Instrumental des Tracks nicht mal eine nennenswerte B-Seite hat...), so wirkt die Sache hier deutlich stimmiger: Diesmal handelt es sich nicht um einen Track mit international bekanntem Gaststar und den dazugehörigen Headlines der französischen Boulevardpresse. Kein unterkühlt-erotisch knisterndes Musikvideo, dass den (natürlich intentionierten!) Gerüchten um eine eventuelle Affäre zwischen den beiden weiteren Nährboden verschaffte. Bestseller? Ja, natürlich - Mylène ist in der frankophonen Welt ja mehr oder weniger immer #1 der Charts, wenn sie sich dazu entschließt, neue Musik zu veröffentlichen; sei es nun bei den Downloads oder den physischen Plattenverkäufen. Aber der Track ist tatsächlich tiefergehend, als all das erneut vorhandene mediale Getöse rund um das neue Album im März und die anstehende Tour 2019 vermuten lassen würde:
Mylène kehrt ein wenig ins Fahrwasser von "Bleu Noir" (2010 / eines meiner absoluten Lieblingswerke von ihr - nichtsdestotrotz dank der Zusammenarbeit mit Moby!) zurück und präsentiert damit erneut eine nahezu perfekte Verbindungsbrücke zwischen ihrem "neoklassischen" Stil (beispielsweise auf "Innamoramento" / 1999) und den späteren, tanzbareren Titeln (beispielsweise "Point de Suture" / 2008, oder auch "Monkey Me" / 2012). Heißt auf deutsch: Der Track klingt modern, selbstbewusst, tanzbar - doch die Melancholie und die Introvertiertheit der Madame Gautier scheinen noch zu jeder Zeit durch die wabernden Synthies und pulsierenden Beats hindurch.
Dazu kommen gewohnt Farmersche Lyrics der Marke:
"Je suis de bad, bad mood
J'ai le sang qui broie du noir
J'attends le spleen à redoux
Je peine à rire, je peine à croire"
"Je suis de celle qui maudit
Qui compte plus quand c'est fini"
"Faut que j'm'en aille quand c'est trop
Et quand c'est fini, je refais mon lit"
Die gute, alte unstete Liebe und der Spleen, die Wechsel- und Wehmütigkeit - und letztlich der immerwährende Neuanfang, die notwendige bewusste Selbsttäuschung, um weiterleben und -lieben zu können. Poplyrics? Ja, natürlich - wir reden hier nicht von philosophischen Betrachtungsweisen. Aber es entsteht ein emotionales Setting, dass mich besänftigt; genug lyrische Finesse ist vorhanden, um mich weiter in der artifiziellen Musikwolke und im daraus entstandenen Kult rund um diese Dame verweilen lassen zu wollen. Ein bisschen Schwärmerei hat schließlich noch niemanden umgebracht...
B1: Little Lies (Dub Version) - A1 & B1 remixed by Jellybean.
B2: Ricky (previously unreleased!)
Der Beweis, dass man einen Euro besser einsetzen kann, als davon einen Hamburger bei McDonalds zu kaufen (früher gabs wenigstens noch einen Cheeseburger dafür - das wäre dann natürlich ein gänzlich anderer Diskurs!)...
Hier wurde ganz schön gearbeitet: Flotter, ziemlich flott sogar, kommt der Track daher und eine treibende Synthiebassline hat der Song ebenfalls spendiert bekommen. Aus einem etwas verträumten Country-Pop-Song wird somit ein richtiger Hi-NRG-Dancefloortrack - ohne aber dabei billig zu wirken! Im Gegensatz zur weit verbreiteten effekthaschenden Sample-Remix-Kultur der 80er (ob nun Falco, Modern Talking oder Ultravox - findet man leider fast überall!), wird hier geschmackvoll Percussion ergänzt und schick mit - nach wie vor! - beeindruckend klaren Stereoeffekten auf den Stimmen gespielt.
Überhaupt sind ja die vielschichtigen und abwechslungsreichen Vocals bei Fleetwood Mac immer einer der Hauptfaktoren, wieso diese Songs eine so schier endlose Halbwertszeit zu besitzen scheinen - der "Traumfaktor" setzt bei mir nach Jahren auch heute noch ein, wenn Lindey, Christine & Stevie zusammen, abwechselnd, oder meinetwegen manchmal auch aneinander vorbei singen.
Ihr seht: Es fällt mir schwer zu beschreiben, was Fleetwood Mac so stark und einzigartig macht. Das Drumming von Mick Fleetwood ist erstmal nicht auffällig, wird aber nachdem man ein paar Alben der Band gehört hat zu einem starken Wiedererkennungsmerkmal. Dasselbe gilt natürlich auf für Buckinghams Gitarrenspiel, dass stets songdienlich, ja, oft geradezu minimalistisch daherkommt; doch seine Melodien sind an Effektivität kaum zu überbieten und so ist es auch in "Little Lies" bzw. auf dem ganzen fantastischen "Tango In The Night"-Album.
Insgesamt also eine Single, die sich wirklich zu besorgen lohnt, wenn auch der Dub-Remix auf der B-Seite eher wie eine abgespeckte Fassung der A-Seite klingt und daher verzichtbar ist. Dafür wird man aber mit "Ricky" wieder besänftigt: Hier haben wir es mit einem Song der Marke: "too cool not to release as a b-side, yet not good enough to make it on the album" (Zitat eines YouTubers) zu tun, wobei ich ergänzen möchte: Er würde auch stilistisch ziemlich aus dem 'Tango'-Album herausstechen, denn er klingt fast wie Fleetwood Mac aus dem Jahre 1975 - ziemlich roh, zuweilen gewollt rumpelig und sehr mystisch! Gefällt!
OMFG - es ist Freitagabend! Zeit, die ein oder andere Kaltschale aus dem Kühlschrank zu befreien und andächtig auf die innere Stimme acht zu geben, die einem leise, aber penetrant zuruft:
"Los, mach die Stereoanlage an! Auf was wartest Du, Junge?!"
Und das wäre wohl dahingehend wirklich eine gute Idee, als dass ich dann mal wieder ein Album kennenlernen würde, das schon längst den ohnehin begrenzten Platz in meiner Bude strapaziert und ich bis jetzt noch gar nicht kenne... I gotta admit: Ich leide unter einer Krankheit, die sehr viele Plattensammler früher oder später (meist aber eher früher!) erfasst - ich kaufe sofort Platten, sobald ich mich mal nicht so gut fühle!
Steht irgendeine Winterdepression ins Haus, oder hat man einfach mal zu viel Freizeit, aber zu wenig Ideen, was man damit anfangen soll, oder sucht nach Gründen, um nicht mit dem geplanten Sport anfangen zu müssen - die Möglichkeiten sind unbegrenzt! -, geht man am besten einfach Platten kaufen... Wenn es einem gut geht und die Sonne scheint, macht das übrigens aber auch Spaß!
Jedenfalls haben sich bei mir auf diese Weise über die letzten Monate sicher gut 70-80 LPs angesammelt, die ich zwar schon alle gewaschen, beschmust und bestaunt, aber eben noch nie angehört habe! Sie stehen fein säuberlich in einem dieser ominösen, wahnsinnig hochwertigen Ikea-Kalax-Doppelwürfel und warten auf ihre große Stunde. Wenn ihr ganz leise seid und sie nicht aus ihrem Schläfchen aufweckt, zeige ich sie euch - Moment!
Hier die ganze Tragik der Situation in einem Bild eingefangen:
"So nah und doch so fern!"
Zynischerweise habe ich gerade sie - die Unberührten! - am nähsten zum Plattenspieler hin platziert...
Tatsächlich sind meine bereits erwähnten Metalwurzeln in Grundzügen auf jeden Fall noch vorhanden
- hat jemand Lust auf ein bissl Saxon?
Hier ein Teil der Entwicklung der letzten Jahre im Bild:
Al Di Meola, Elvis, Bill Haley oder auch die ewige große Dame des französischen Chansons und Bekannte von Jean-Paul Sartre
- die fabulöse Juliette Gréco!
Nun ja, die oben beschriebene Situation entspannt sich langsam aber dann doch ein wenig, da ich mittlerweile ernstlich den ein oder anderen Plattenladenbesuch mit meinem Plattenamigo - auf diesem Wege viele Grüße an Chris! - ausschlage, da ich ihm ehrlich sage:
"Ich kann doch nicht immer weiter LPs kaufen und irgendwann gar nicht mehr wissen, was ich eigentlich hier stehen habe!"
Merke: Das einzige, was einem seriösen Sammler dann doch die Suppe versalzt und ihn temporär zur Räson treibt, ist der Verlust des eigenen Überblicks über die angehäuften Objekte Schätze. Ich führe zwar selbstverständlich eine penible Excel-Liste über alle Alben, jedoch nützt auch diese nichts, wenn die ungehörten Platten da schlicht noch gar nicht eingetragen wurden (weil man eben eine Platte erst dann offiziell in die Sammlung aufnehmen kann, wenn man auch weiß, was drauf ist und ob sie was taugt!)